Was kostet SEO wirklich?
SEO-Angebote liegen zwischen 300 und 5.000 Euro im Monat, und die Leistungsbeschreibungen klingen dabei erstaunlich ähnlich. Dieser Artikel zeigt, woraus sich der Preis zusammensetzt, welche Spanne für welchen Betrieb am Markt üblich ist und wie Sie ein sehr günstiges Angebot selbst nachrechnen.
01
Sie bezahlen Zeit, nicht Werkzeuge
Wer zum ersten Mal Angebote vergleicht, sucht meist nach der Leistung, die den Preisunterschied erklärt. Es gibt sie nicht. Die Werkzeuge, mit denen Agenturen Rankings, Wettbewerber und technische Fehler auswerten, kosten je nach Ausstattung zwischen etwa fünfzig und mehreren hundert Euro im Monat — und diese Lizenz verteilt sich über alle betreuten Kunden. Auf ein einzelnes Mandat entfällt davon ein kleiner zweistelliger Betrag.
Der Rest ist Arbeitszeit. Jemand liest Ihre Seiten und stellt fest, dass drei davon dasselbe Thema behandeln und sich gegenseitig verdrängen. Jemand ruft an und fragt, welche Aufträge sich gelohnt haben und welche nur Aufwand waren. Jemand schreibt eine Leistungsseite neu, prüft Ladezeiten, sortiert interne Verlinkung, wertet nach vier Wochen aus, was sich bewegt hat, und ändert die Richtung, wenn nichts passiert ist. Diese Stunden lassen sich schlecht automatisieren, weil die Entscheidungen von Ihrem Betrieb abhängen und nicht von einem Durchschnittswert.
Daraus folgt eine unbequeme, aber nützliche Faustregel: Ein SEO-Preis ist im Kern eine Aussage über die Stundenzahl pro Monat. Die klärende Frage an ein Angebot ist deshalb nicht, welche Leistungen aufgelistet sind, sondern wie viele Stunden dahinterstehen und wer sie leistet. Wenn ein Angebot die Stundenzahl nicht nennt, fragen Sie schriftlich nach — die Antwort steht dann im Angebot und nicht im Verkaufsgespräch.
02
Monatspauschale, Projekt oder Stundensatz
Es gibt drei übliche Abrechnungsformen, und keine ist grundsätzlich besser. Sie passen zu unterschiedlichen Lagen, und die teuerste Fehlentscheidung ist meist, laufende Betreuung zu kaufen, wo ein einmaliges Projekt gereicht hätte — oder umgekehrt.
Ein Hinweis zum Wechsel: Was während der Zusammenarbeit entsteht, sollte Ihnen gehören und bei Ihnen liegen. Texte und technische Änderungen stehen ohnehin auf Ihrer Website; entscheidend sind die Zugänge. Lassen Sie Analyse- und Suchkonsole auf Ihre eigenen Konten laufen und die Agentur nur als Nutzer eintragen. Dann können Sie die Betreuung beenden oder wechseln, ohne die Datenhistorie zu verlieren.
- MonatspauschalePasst, wenn laufend Inhalte entstehen sollen und jemand regelmäßig auf die Zahlen schaut. Lassen Sie sich sagen, wie sich das Budget auf Redaktion, Technik und Auswertung verteilt — eine Pauschale, die zu neunzig Prozent in Berichte fließt, verändert an Ihrer Website nichts.
- Projekt zum FestpreisPasst für abgegrenzte Vorhaben mit klarem Ende: eine technische Überarbeitung, ein Umzug auf eine neue Website ohne Verlust der bestehenden Sichtbarkeit, der Aufbau einer Struktur von Leistungsseiten. Danach können Sie selbst weiterarbeiten oder aufhören.
- StundensatzPasst, wenn Sie intern jemanden haben, der Inhalte schreibt und pflegt, und nur Beratung oder Prüfung brauchen. Übliche Sätze beginnen bei etwa achtzig Euro, bei ausgewiesenen Spezialisten liegen sie deutlich darüber. Am ehrlichsten, aber nur tragfähig, wenn jemand bei Ihnen die Umsetzung übernimmt.
03
Welche Spanne für welchen Betrieb am Markt üblich ist
Ein Handwerksbetrieb mit einem Einzugsgebiet von dreißig Kilometern und drei bis fünf Leistungen braucht einen anderen Aufwand als ein Onlineshop mit zweitausend Artikeln. Beim lokalen Betrieb geht es um eine überschaubare Zahl von Seiten, um den Google-Unternehmenseintrag, um Bewertungen und darum, dass ein Anruf leicht möglich ist. Angebote für solche Betriebe liegen nach öffentlich einsehbaren Preislisten und Branchenumfragen meist im unteren vierstelligen Bereich pro Monat, je nachdem wie viel Text neu entstehen muss.
Bei mehreren Standorten, erklärungsbedürftigen B2B-Leistungen oder einem Shop steigt der Aufwand deutlich, weil Struktur, Technik und Inhaltsmenge zusammenkommen. Hier beginnen ernsthafte Mandate eher im mittleren vierstelligen Bereich. Wir selbst starten bei 990 Euro im Monat inkl. USt., Mindestlaufzeit drei Monate; unsere Angebote richten sich an Gewerbetreibende. Darüber liegen weitere Stufen, deren Inhalt auf unserer Preisseite steht — dieser Artikel soll Ihnen vor allem helfen, fremde Angebote einzuordnen.
Alle genannten Werte stammen aus öffentlich einsehbaren Angeboten, nicht aus eigener Mandatserfahrung, und sie sagen nichts über Ihr Ergebnis. Was ein sinnvoller Betrag für Sie ist, hängt davon ab, was ein gewonnener Auftrag bei Ihnen einbringt. Bei einer Badsanierung rechnet sich ein anderes Budget als bei einem Kleinreparaturdienst.
04
Warum sehr günstige Angebote rechnerisch eng werden
Rechnen Sie ein Angebot über 299 Euro netto im Monat einmal selbst durch. Von diesem Betrag geht zunächst der Werkzeuganteil ab, also der genannte kleine zweistellige Betrag. Es bleiben rund 280 Euro. Damit eine Agentur in Deutschland Gehalt, Arbeitsplatz, Software, Urlaub, Vertrieb und Leerlauf decken kann, muss eine Arbeitsstunde konservativ mit achtzig Euro aufwärts abgerechnet werden. Daraus ergeben sich etwa dreieinhalb Arbeitsstunden — pro Monat.
Dreieinhalb Stunden reichen für einen automatisch erzeugten Bericht und eine kurze Durchsicht. Sie reichen nicht für eine neu geschriebene Leistungsseite, für ein Gespräch über Ihre Auftragslage oder für die Frage, warum Anfragen aus einem bestimmten Ort ausbleiben. Deshalb ist die entscheidende Frage an jedes Angebot, wie viele Arbeitsstunden im Monat darin enthalten sind. Was Sie am Ende eines Jahres in der Hand halten möchten, sollten Sie vorher festlegen: Änderungen an der Website oder Berichte über die Website.
Es gibt eine Alternative für kleines Budget. Ein einmaliges, klar begrenztes Projekt — Technik, Struktur und die drei wichtigsten Seiten — ist bei geringem Budget meist die sinnvollere Verwendung als eine sehr niedrige Monatspauschale, weil die Stunden dann gebündelt in eine erkennbare Veränderung fließen statt verteilt in Verwaltung.
05
Woran Sie ein Angebot prüfen sollten
Drei Merkmale sind besonders aussagekräftig, und sie treten oft zusammen auf. Erstens Zusagen über Platzierungen. Sie sind nicht nur nach § 5 UWG irreführend, sie erklären auch den Preis: Wer ein Ergebnis zusagt, das er nicht steuern kann, kalkuliert die Ausfälle ein — und Sie zahlen sie mit.
Zweitens Vertragslaufzeiten ohne Ausstieg. Vierundzwanzig Monate ohne Sonderkündigung bedeuten, dass die Agentur ihr Honorar auch dann behält, wenn nach einem halben Jahr erkennbar nichts passiert. Suchmaschinen bewerten Änderungen träge, eine kurze Anlaufzeit ist deshalb sachlich begründet — eine Bindung über Jahre ist es in aller Regel nicht. Ein Vertrag, der nach der Anlaufzeit monatlich oder quartalsweise kündbar ist, zwingt beide Seiten dazu, auf Ergebnisse zu schauen.
Drittens Berichte ohne Bezug zu Anfragen. Ein Bericht, der nur Platzierungen und Besucherzahlen zeigt, beantwortet die entscheidende Frage nicht. Platzierungen sind kein Ergebnis, sondern ein Zwischenschritt. Verlangen Sie, dass jeder Bericht sagt, wie viele Anfragen über die Website kamen und woher — notfalls von Hand gezählt. Wenn eine Agentur diese Zahl nicht sehen möchte, ist das ein Hinweis auf ihr Verständnis von Erfolg.
06
Wann sich SEO für Sie nicht lohnt
Es gibt Betriebe, die dieses Geld besser anders ausgeben. Wenn Ihre Auftragsbücher voll sind und Sie eher Personal als Kunden suchen, bringt zusätzliche Sichtbarkeit vor allem Absagen, die Sie schreiben müssen. Wenn Sie Ihre Aufträge seit Jahren über Empfehlungen und Stammkunden bekommen, wäre das Budget in Bewertungen, in Erreichbarkeit oder in einem sauberen Angebotsprozess besser aufgehoben.
SEO lohnt sich auch dann kaum, wenn nach Ihrer Leistung schlicht selten gesucht wird — bei sehr speziellen B2B-Nischen kommen im Monat manchmal nur wenige Suchanfragen zusammen. Dann führen Fachmedien, Messen oder direkte Ansprache schneller zum Ziel. Und wenn Ihre Website Anfragen zwar erhält, diese aber liegen bleiben oder erst nach Tagen beantwortet werden, ist mehr Verkehr die falsche Reihenfolge. Das Problem ist selten die Sichtbarkeit.
Nicht zuletzt braucht SEO Zeit, nicht nur Geld. Wenn Sie in den nächsten sechs Wochen Umsatz brauchen, ist Google Ads das ehrlichere Werkzeug: teurer pro Anfrage, aber unmittelbar sichtbar, sobald die Anzeigen laufen, und jederzeit abschaltbar. Ob daraus Anfragen werden, entscheidet der Wettbewerb um dieselben Suchbegriffe. Beides zusammen ergibt oft Sinn, aber in dieser Reihenfolge.
Fragen
Häufige Fragen
- Wie lange dauert es, bis SEO wirkt?
- Wann und ob sich etwas bewegt, entscheidet die Suchmaschine, nicht wir. Technische Korrekturen werden in der Regel schneller berücksichtigt als neue Inhalte — einen Zeitpunkt können wir Ihnen nicht zusagen. Ob und wann sich Arbeit in zusätzlichen Anfragen niederschlägt, hängt vom Wettbewerb in Ihrer Region und Ihrem Fach ab. Rechnen Sie eher in Monaten als in Wochen, und rechnen Sie damit, dass es auch ausbleiben kann.
- Ist eine Monatspauschale nicht einfach ein Abo, das ewig läuft?
- Das ist die Gefahr, ja. Sinnvoll wird die Pauschale dadurch, dass die Stunden auf Redaktion, Technik und Auswertung aufgeteilt sind, dass jeder Monat eine erkennbare Änderung an Ihrer Website hinterlässt und dass der Vertrag nach der Anlaufzeit kündbar bleibt. Fehlt eines dieser drei Merkmale, ist ein abgegrenztes Projekt die bessere Wahl.
- Kann ich SEO selbst machen?
- Vieles davon ja, besonders bei einem lokalen Betrieb mit wenigen Leistungen. Der Google-Unternehmenseintrag, das Sammeln von Bewertungen und verständlich geschriebene Leistungsseiten sind keine Geheimwissenschaft. Was meist fehlt, ist nicht das Wissen, sondern die regelmäßige Zeit — deshalb lohnt sich oft eine einmalige Einrichtung mit Anleitung statt einer dauerhaften Betreuung.
- Warum nennen Sie keinen Festpreis?
- Weil der Aufwand davon abhängt, in welchem Zustand Ihre Website ist, wie viele Leistungen und Standorte Sie abbilden müssen und wie stark der Wettbewerb in Ihrer Region ist. Wir nennen deshalb einen Einstieg ab 990 Euro im Monat inkl. USt. bei drei Monaten Mindestlaufzeit und sagen Ihnen nach einem Blick auf Ihre Seite, was in Ihrem Fall sinnvoll ist.
- Was passiert nach Ende der Zusammenarbeit?
- Alles, was entstanden ist — Texte, Struktur, technische Korrekturen — gehört Ihnen und bleibt auf Ihrer Website. Was an Sichtbarkeit entstanden ist, bricht nach allgemeiner Erfahrung nicht sofort weg; zusagen lässt sich das nicht, weil die Suchergebnisse allein von Google bestimmt werden und Wettbewerber weiterarbeiten. Zugänge zu Analyse- und Suchkonsolen laufen auf Ihre Konten, damit Sie nichts neu aufsetzen müssen.
Was ein Gespräch klärt
Wenn Sie gerade Angebote vergleichen, hilft ein Blick von außen mehr als ein weiteres Angebot. Dreißig Minuten, unverbindlich. Wir schauen auf Ihre Website und Ihre Zahlen und sagen Ihnen, was zuerst etwas bringt — auch dann, wenn die ehrliche Antwort lautet, dass Sie uns dafür nicht brauchen. Wenn Sie zuerst wissen möchten, was bei uns in welcher Stufe enthalten ist, finden Sie das auf der Preisseite.